Über den Kreis
Vielleicht ist es diese Mischung aus ländlicher Beschaulichkeit und gleichzeitiger Nähe zur Großstadt, die den Kreis Steinburg immer wieder zur Wahlheimat von Künstlerpersönlichkeiten ersten Ranges gemacht hat. Wenzel Hablik, spätestens seit der spektakulären Werkschau im Gropius-Bau in Berlin ein weltweit beachteter Maler, Grafiker, Innenarchitekt und Visionär des Expressionismus, ließ sich 1908 in Itzehoe nieder und verbrachte seine wichtigsten Schaffensjahre hier. Günter Grass erwarb Anfang der siebziger Jahre in Wewelsfleth ein altes Fachwerkhaus und schrieb dort, inspiriert durch die Landschaft der Elbmarschen, den Roman "Der Butt". Günter Kunert, einer der bedeutendsten bundesrepublikanischen Literaten, ließ sich nach dem Verlassen der DDR Ende der siebziger Jahre mit seiner Frau im dörflichen Kaisborstel nieder. Von hier reiste er in die ganze Welt, blieb seiner Wahlheimat gleichzeitig bis zu seinem Tode treu.
Kreisfachberater/-in
Christian Jansen
Mehr InformationenAktuelles
Vernissage Wandgemälde „Sophie Scholl“ am 10. November
Fotowettberb "Steinburg bockt nicht?" - Ausstellung im Langericht bis Ende Dezember
Lange Nacht der Demokratie zum Thema „Adultismus“
Fotowettbewerb "Kreis Pinneberg. Deine Perspektive" - Ausstellung im Kulturcafe in Pinneberg
Am Donnerstag, den 18. September 2025 um 18 Uhr wurde im Kulturcafé der Johannes-Brahms-Schule (Lindenstraße 14, Pinneberg) die Ausstellung zum Schülerwettbewerb „Kreis Pinneberg. Deine Perspektive“ eröffnet.
Wiedereröffnung GeSCHICHTENberg mit neuen Schildern
Fotowettbewerb "Unsere Held*innen": Jetzt entscheidet die Jury - Vernissage am 2. Juni 2026
Mitte März war der Einsendeschluss für den Fotowettbewerb für junge Leute im Kreis Steinburg. Das Thema lautete dieses Jahr „Unsere Held*innen - zeige Ehrenamt im Bild“. Organisiert wird der Wettbewerb von dem Kreismuseum Prinzeßhof, dem Wahlpflichtkurs „Lernen durch Engagement“ des Sophie-Scholl-Gymnasiums und der Kreisfachberatung für Kulturelle Bildung.
Ziel des Wettbewerbs ist es, zu zeigen, wie wichtig und inspirierend das Ehrenamt in Steinburg ist - egal ob in der Kultur, beim Tier- oder Naturschutzverein, bei der Feuerwehr, dem Sportverein, der Jugendgruppe oder wo auch immer.
Teilgenommen haben wieder viele Schülerinnen und Schüler. Einer Jury kommt jetzt die schwierige Aufgabe zu, Kategorien zu bilden und letztendlich die besten Beiträge auszuwählen. Auf die Gewinner warten dann Geldgewinne im Gesamtwert von mehreren Hundert Euro in Form von Itzehoer Einkaufsgutscheinen.
Die Fotografien werden im Juni im Kreismuseum Prinzeßhof und danach an weiteren Ausstellungsorten zu sehen sein. Die Vernissage wird Dienstag, den 2. Juni um 17 Uhr stattfinden. Alle Interessierte sind herzlich eingeladen.
Landeszentrale für Politische Bildung fördert Projekte zur Langen Nacht der Demokratie am 2.10.26
Am 2. Oktober 2026 findet wieder die „Lange Nacht der Demokratie“ mit verschiedensten Veranstaltungsformaten statt. Die Landeszentrale für Politische Bildung fördert dabei schulische Projekte mit einem Budget von 1000 Euro pro Kreis. Die Kriterien sind, dass erstens die Schule ein Projekt durchführt, welches nicht nur schulintern, sondern öffentlich stattfindet. Und zweitens müssen die Veranstaltungen im Zeitraum um den 2. Oktober stattfinden (also nicht zwangsläufig am 2. Oktober selbst). Weitere Informationen beim Kreisfachberater für Kulturelle Bildung, hier können auch Projektideen eingereicht werden.
Lesung: Dr. Tillmann Bendikowski „Die falschen Germanen von Itzehoe. Entstehung und Nachgeschichte einer nationalsozialistischen Weihestätte“
Zum ersten Mal wurde der Itzehoer Gedenk- und Erinnerungsort GeSCHICHTENberg und seine Historie im gesamten 20. Jahrhundert wissenschaftlich untersucht. Hierfür konnte der Historiker Dr. Tillman Bendikowski gewonnen werden, bekannt unter anderem durch das Sachbuch „Hitlerwetter“ (Spiegel-Bestsellerliste) und diverse Beiträge für den NDR.
Die Nationalsozialisten errichteten auf einer bronzezeitlichen Grabanlage eine monumentale „Weihehalle“, die für rassistische Propaganda und als Aufmarschplatz genutzt wurde. Und obwohl der nationalsozialistische Begriff „Germanengrab“ noch jahrzehntelang von der Itzehoer Bevölkerung benutzt wurde, gelang es, dieses dunkle Kapitel der Itzehoer Stadtgeschichte trotz der Offensichtlichkeit weitgehend erfolgreich auszublenden. Wie dies geschehen konnte und welche Rolle der GeSCHICHTENberg in der nationalsozialistischen Propaganda einnahm, davon berichtete Bendikowski aus seinem spannende Buch. Es wurde so geschrieben, dass es im Geschichtsunterricht auch für ältere Jahrgänge einsetzbar ist und wird im Verlauf dieses Jahres erscheinen.
Sonderausstellung „Heinrich Rantzau zwischen Macht und Gelehrsamkeit“ im Kreismuseum Prinzeßhof
Heinrich Rantzau (1526–1598) war eine der einflussreichsten Persönlichkeiten Norddeutschlands im 16. Jahrhundert und ist eng mit dem Kreis Steinburg verbunden. Als dänischer Statthalter in den Herzogtümern Schleswig und Holstein prägte er durch sein Wirken in der Politik und der Kultur das sogenannte „Rantzauische Zeitalter“ und galt als „Fugger des Nordens“. Er war ein bedeutender Förderer der Renaissance-Kultur, Autor und Kartograf.
Anlässlich des 500-Jahre Heinrich-Rantzau-Jubiläumsjahres ist im Kreismuseum Prinzeßhof eine Sonderausstellung mit dem Titel „Heinrich Rantzau zwischen Macht und Gelehrsamkeit“ zu sehen. Sie folgt den Spuren dieses außergewöhnlichen Mannes, der seiner Zeit in vielerlei Hinsicht voraus war. Die Ausstellung geht den Fragen nach, welche Ideen und Visionen er verfolgte und wie er seine Macht nutzte. Was erinnert im Kreis Steinburg außer dem bekannten Schloss Breitenburg noch heute an die Herrschaft der Rantzaus? Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm, weitere Informationen dazu auf der Homepage www.kreismuseum-prinzesshof.de Die Ausstellung im Kreismuseum Prinzeßhof läuft bis zum 25. Oktober 2026. Führungen für Schülerinnen und Schüler können gerne vereinbart werden.
Rückblick: Der Holocaust-Gedenktag im Kreis Steinburg - Landtagspräsidentin Herbst im GeSCHICHTENberg
Die zentrale Gedenkfeier des Landes Schleswig-Holstein zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar fand dieses Jahr im Kreis Steinburg im Pädagogischen Zentrum statt. Dieser Ort wurde bewusst gewählt, weil das Sophie-Scholl-Gymnasium seit einigen Jahren die Patenschaft für das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus auf den Malzmüllerwiesen - eines der ersten seiner Art - übernommen hat. Zu der Veranstaltung waren alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen, anwesend waren natürlich auch viele Landtagsabgeordnete.
Höhepunkt der Veranstaltung war ein Interview mit dem Holocaust-Überlebenden Nicolas Blättermann durch Schülerinnen und Schüler. Die Landtagspräsidentin Kristina Herbst war die Hauptrednerin.
Ebenfalls im Rahmen der zentralen Gedenkfeier zum Holocaust-Gedenktag haben die Landtagspräsidentin Kristina Herbst und der Landtagsdirektor Prof. Dr. Schliesky den GeSCHICHTENberg besucht. Eine Gruppe interessierter Schülerinnen und Schülern führte die prominenten Gäste durch den Gedenk- und Bildungsort und referierten über die fünf Schichten (Bronzezeit, Mittelalter, Nationalsozialismus, Nachkriegszeit und Denk- und Bildungsstätte). Die beiden Politiker zeigten sich sehr angetan von dem Rundgang. Frau Herbst erwähnte in ihrer Rede bei der Gedenkfeier extra die überzeugende Arbeit der Schülerinnen und Schüler.
Schülerinnen und Schüler zeigen Ralf Stegner den GeSCHICHTENberg
„Sich mit der Geschichte auseinander zu setzen, heißt ja auch, sich dem zu stellen, wo und wie Geschichte gewesen ist“, sagt der Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner beim Besuch des Geschichtenbergs, einem historischen Lern- und Gedenkort in Itzehoe. Die Nationalsozialisten errichteten über einer bronzezeitlichen Grabanlage eine „Weihehalle“, der sie den Namen „Germanengrab“ gaben. Im Mittelalter fanden hier vermutlich Hinrichtungen statt, deswegen hieß der Ort auch lange „Galgenberg“.
Dass die Bezeichnung „Germanengrab“ aber historisch falsch ist und der nationalsozialistischen Rassenideologie diente, erfährt Stegner bei seinem Besuch durch eine Führung von Schülern aus dem Geschichtsprofil des Sophie-Scholl-Gymnasiums. Der Schüler Timon Eisenkrätzer erläutert anhand eines Schulwandbildes des NS-Malers Wilhelm Petersen, wie diese Propaganda funktionierte: „Petersens Zeichnungen sollten der Volkserziehung dienen und Bilder von ordentlichen, starken Germanen zeigen.“ Julius Müller stellt ein gigantisches Wandgemälde von dem selben Maler „mit großen, blonden, blauäugigen Germanen“ vor, das an den Wänden des Kuppelbaus angebracht werden sollte und ebenfalls der Propaganda gedient hätte. Es wurde nie verwirklicht, aber bis in die 80er Jahre gab es Bemühungen, das Gemälde doch noch fertig stellen zu lassen.
Dass der Ort heute vor allem ein Lern- und Gedenkort ist, zeigt Schülerin Sophie Grote anhand von Schülerarbeiten. In zahlreichen Schulprojekten haben sich Lerngruppen schon mit dem Ort auseinandergesetzt und zum Beispiel ein interaktives Geschichtsquiz entwickelt.
Ralf Stegner ist begeistert von der Führung durch die Schüler und lobt das Potenzial des Ortes: „Es ist ein Ort, den man nicht einfach sich selbst überlassen darf.“ Gerade weil die Aufarbeitung der Geschichte dieses Ortes lange zu zögerlich stattgefunden habe, freue er sich über die Initiative, diesen Ort zum Lern- und Gedenkort umzugestalten. Er werde dabei auch in Zukunft mit Rat und Tat mithelfen, versichert der Bundestagsabgeordnete zum Schluss seines Besuches.
Eine neue Gedenkstätte in der Region: Das Henri-Goldstein-Haus in Quickborn
In einem unscheinbaren Gebäude am Rande des Himmelmoors bei Quickborn waren während des Zweiten Weltkriegs 50 jüdische Kriegsgefangene untergebracht. Sie mussten im Moor Torf stechen. Einer der Kriegsgefangenen war der Belgier Henri Goldstein. Diese Gedenkstätte im Aufbau kann von Schülerinnen und Schülern besucht werden. Dafür kommen im Vorfeld Guides an die Schule und führen die Schülerinnen und Schüler in den Orte ein (Dauer ca. zwei Stunden). Es folgt ein Besuch der Gedenkstätte, bei der mittels biographischen Materials von Kriegsgefangenen der Ort mit seiner Geschichte erarbeitet wird (ca. vier Stunden). Der Besuch kann mit einer anderthalbstündigen Torfbahn-Fahrt kombiniert werden. Der Ort ist nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, die Bürgerstiftung schleswig-holsteinischer Gedenkstätten kann aber die Fahrtkosten bei einer Anreise mit dem Bus übernehmen. Anfragen an bildung@henri-goldstein-haus.de.
Einzigartiger historischer Lernort nicht nur für die Kreise Pinneberg und Steinburg
Der GeSCHICHTENberg ist ein einzigartiger Lern- und Erinnerungsort in Itzehoe, bei dem verschiedene historische Schichten übereinander liegen.
Es gibt ein breites Angebot für Schulklassen aller Schularten und Altersstufen. So können Workshops zu den Themen Herkunft und Identität, Projekte zur Geschichte des Ortes mit den Methoden der ästhetischen Bildung und vieles mehr gebucht werden. Selbst für die Kleinsten gibt es viel zu entdecken (Bronzezeit).
Aber auch darüber hinaus, denn: Auf einer bronzezeitlichen Grabstätte errichteten die Nationalsozialisten hier eine „Weihehalle“ in Form eines Kuppelbaus mit enormen Ausmaßen, die sie - fälschlicherweise - „Germanengrab“ nannten. An dem Ort sollte von den Nazis im Rahmen der nationalsozialistischen Propaganda mittels eines riesigen Wandgemäldes der „germanische“ Rassenwahn propagiert werden.
Nähere Infos: info@geschichtenberg-itzehoe.de
www.geschichtenberg-itzehoe.de
Kulturelle Einrichtungen im Kreis Steinburg
Der bekannte Architekt Gottfried Böhm hat das markante Bauwerk des theater itzehoe entworfen. Eröffnet wurde es erst 1992 und wird wegen seiner guten Akustik über die Stadtgrenzen hinaus geschätzt. Der Pianist Lang Lang und die Violinistin Anne-Sophie Mutter spielten deswegen hier Konzerte ein. Es verfügt zwar über kein festes Ensemble, das Programm wird stattdessen mit freien Produktionen und Aufführungen des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters und des Sinfonieorchesters gestaltet und bietet so eine reichhaltiges Spektrum vom Sprech- und Musiktheater bis hin zu Konzerten unterschiedlichster Genres an. An der Volkshochschule Itzehoe können sich die Steinburgerinnen und Steinburger unter anderem mit dem reichhaltigen Angebot der Musikschule kulturell und musikalisch weiterbilden. Der Kulturhof Itzehoe, ansprechend untergebracht in einem ehemaligen Bauernhof am Stadtrand Itzehoes, widmet sich ebenfalls schwerpunktmäßig der musikalischen Bildung. In einem riesigen Angebot zum Musikunterricht können eine Vielzahl an Instrumenten gelernt werden. Darüberhinaus gibt es eine Bigband, ein Streichorchester, ein Gitarrenensemble, ein Kinderorchester und ein Saxofonquartett. Konzerte, Theatervorstellungen, Lesungen und Kunsthandwerkermärkte im ehemaligen Heuboden des Bauernhofs bereichern das Itzehoer Kulturleben. Der Kulturhof ist gleichzeitig Kulturknotenpunkt West und unterstützt mit der Beratung, Vernetzung, Förderung und Unterstützung von Kulturschaffenden das kulturelle Leben im nördlichen Kreis Steinburg und Dithmarschen.
Museumslandschaft im Kreis Steinburg
Vielfältig und zum Teil kurios ist auch Steinburger Museumslandschaft. Seit 1995 beherbergt das Wenzel-Hablik-Museum in Itzehoe den Nachlass des berühmtesten Itzehoer Künstlers. Neben einem Querschnitt aus dem Gesamtkunstwerk gibt es regelmäßig Sonderausstellungen zu Kunst, Architektur und Design. Das Kreismuseum Prinzeßhof - einst lebten in den altehrwürdigen Gemäuern adelige Damen - beherbergt das Kreismuseum mit einer reichhaltigen Sammlung zur Geschichte, Kultur und Kunst des Kreises Steinburg. Dem Stadtdenkmal Glückstadt und der Kunst- und Kulturgeschichte der Elbmarschen widmet sich das Detlefsen-Museum in Glückstadt, untergebracht im denkmalgeschützten Brockdorff-Palais. Eisenbahnfreunde finden im Stellwerkmuseum Glückstadt ein mechanisches Stellwerk. In Kellinghusen befindet sich Betont. Ton & Tasten Museum, in dem leuchtende Fayencen und Tasteninstrumente ausgestellt sind. Im Dorfmuseum Ottenbüttel werden Gerätschaften des bäuerlichen Lebens und Arbeitens gezeigt. Eine heimatkundliche Sammlung befindet sich im Heimatmuseum Lägerdorf. Im Kameramuseum Beidenfleth kann man unter anderem 8700 analoge Fotoapparate bestaunen. Das Museum am Wasserturm in Hohenlocksted widmet sich der Geschichte des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lockstedter Lager. In Wilster kann man sich im Naturkundlichen Museum in einem historischen Speicher über die Tier- und Pflanzenwelt der Wilstermarsch informieren. In Bahrenfleth befindet sich die Treckerscheune, in der Exponate zum Leben auf dem Lande zu sehen sind.
Kultur im Kreis Steinburg
Kreismuseum Prinzeßhof
, ItzehoeDas Kreismuseum Prinzeßhof ist das Museum des Kreises Steinburg mit einer reichhaltigen Sammlung zur Kultur und Geschichte des Kreises. Regelmäßig finden Sonderausstellungen statt.