Papiertheater der Verwandlung
Preetz 2025 - Theodor-Heuß-Gemeinschaftsschule
Projektziel – Projektinhalt – Hintergrund
Im Projekt „Papiertheater der Verwandlung“ setzten sich Schüler*innen (7. Jg.) mit dem Komplex Veränderung auseinander. Sie brachten ihre selbst entwickelten Geschichten als Papiertheater-Inszenierung zur Aufführung.
Ausgehend von sich und eigene körperlichen, kulturellen oder persönlichen Veränderungen, die diesen Lebensabschnitt prägen, konnten sie das Thema im Verlauf immer weiter fiktionalisieren und kreativ bearbeiten. Die Gruppe wurde dafür durch zwei Kulturvermittlerinnen sowie der Lehrkraft in den Bereichen Kreatives Schreiben, Papiertheater, Illustration, Regie und Beleuchtung angeleitet. Im Prozess bekamen die Schüler*innen immer wieder Hilfestellungen an die Hand. Ziel war es, dass sie durch Beispiele und Fragen eigenverantwortlich Entscheidungen treffen und für ihre künstlerische Vision die richtigen Lösungen finden konnten.
Ziel war es, die Schüler*innen für das Thema Veränderungen zu sensibilisieren und ihre Handlungsmöglichkeiten durch kreativen Umgang mit diesen Veränderungen zu erweitern.
Die Schüler*innen lernten darüber hinaus in diesem Projekt einen deutschlandweit außergewöhnlichen und international bekannten Ort kennen. Die Papiertheatersammlung von Dirk und Barbara Reimers in Preetz bewahrt und belebt eine jahrhundertealte Tradition. Das Ehepaar fördert außerdem den internationalen Austausch in dieser Kulturszene. Für sein Engagement wurde Dirk Reimers 2023 sogar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die Sammlung ist im Heimatmuseum der Stadt Preetz untergebracht. Das Museum unterstütze die Projekttage ebenfalls.
Institution(en)
Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule, Preetz
Papiertheatersammlung Preetz von Dirk und Barbara Reimers
Heimatmuseum Preetz
Gruppengröße
25 Schüler*innen (7. Jg)
Altersstufe
Sekundarstufe
Rahmenbedingungen
Das projekt fand an insgesamt fünf Tagen statt.
Die erste Phase des kreativen Schreibens fand bereits Anfang des Schuljahres im Rahmen einer Klassenreise statt und wurde von der Lehrkraft betreut. Hier nutzen die Schüler*innen die Räumlichkeiten des VJKA in Bad Segeberg. Denkbar wäre aber auch ein weiterer Projekttag an der Schule gewesen.
Für die zweite Phase der Recherche und dem Abschluss des kreativen Schreibens verbrachte die Gruppe einen Tag im Heimatmuseum Preetz.
Die Gestaltung der eigenen Papiertheater-Inszenierungen fand dann in zwei Tagen im Kunstraum der Schule statt.
Am fünften Tag präsentierten die Schüler*innen ihre Ergebnisse ebenfalls im Kunstraum. Da das Format in einem kleinen Theater-Kasten umgesetzt wird, können nur wenige Menschen bei einer Präsentation zuschauen. Klassenräume sind deshalb ausreichend große Veranstaltungsräume.
Zeitumfang (in den verschiedenen Phasen)
Das Projekt umfasste insgesamt 5 Tage. Tag 1 führte die Lehrkraft zu Beginn des Schuljahres durch. Die Tage 2 bis 5 fanden innerhalb einer Projektwoche nach den Herbstferien statt. Jeden Tag arbeitete die Gruppe ca. 5 Stunden, inkl. Pausen.
Projektverlauf
Tag 1 – kreatives Schreiben:
Die Schüler*innen entwickelten nach einer Idee von Anne Wittmiß (Kulturvermittlerin) und angeleitet durch ihre Lehrkraft individuelle Körperlandkarten, die Spuren von Veränderung sichtbar machten. Die Landkarten wurden als Themeneinstieg genutzt und dienten später zur Entwicklung von fiktiven Geschichten, die Veränderungen in den Vordergrund stellten, aber nicht das biografische Material ausstellten.
Tag 2 – Museumsbesuch, Recherche und kreatives Schreiben
Zu Beginn der gemeinsamen Arbeit stellten sich die Kulturvermittlerinnen Julia Kaergel und Anne Wittmiß vor und präsentierten eigene Arbeiten bereits mit Bezug zum Papiertheater. Anschließend verbrachte die Gruppen den Tag im Heimatmuseum Preetz, wo sie in Kleingruppen vom Barbara Reimers durch die Papiertheatersammlung geführt wurden. Parallel dazu leitete Anne Wittmiß die jeweils andere Gruppe an, ihre Geschichten zu konzentrieren und den Moment der Veränderung stärker herauszuarbeiten. Dieser Tag brachte den Schüler*innen viel Input zu Gestaltungsmöglichkeiten. Ihre Geschichten reduzierten sie auf ein bis zwei kurze Szenen, die im Rahmen der Projekttage realistisch umgesetzt werden konnten. Die Schüler*innen zeichneten ein Storyboard woraus hervor ging, welche Akteure, Requisten und Hintergründe sie für die Szenen benötigen. Das erleichterte auch die Planung und Aufgabenverteilung in den Zweierteams.
Tag 3 – Gestaltung Figuren und Bühnenbild; erste inszenatorische Entscheidungen
Anne Wittmiß erläutert zu Beginn des Tages wichtige Prinzipien des Papiertheaters, die bei der Gestaltung berücksichtigt werden müssen. Julia Kaergel stellte Möglichkeiten zur Gestaltung von Figuren und Bühnenbildern mittels Wachsmalstiften und Kreiden vor. Die Schüler*innen arbeiten den Rest des Tages selbstständig und mit individueller Beratung durch die Kulturvermittlerinnen und die Lehrkraft.
Tag 4 – Testläufe und Verbesserungen Figuren und Bühnenbild; Proben
Ziel dieses Tages war es, alle Figuren, Bühnendekorationsteile, Hintergründe sowie szenisches Abläufe im Theater-Kasten zu überprüfen, sich Feedback aus der Gruppe zu holen und ggf. Verbesserungen umzusetzen. Während Schüler*innen ihre Szenen ausprobierten, arbeiteten die anderen parallel weiter oder gaben Rückmeldung aus der Publikumsperspektive.
Tag 5 – Generalprobe und Präsentation; Aufräumen und gemeinsamer Abschluss
Der letzte Tage brachte den Schüler*innen vor allem Theaterabläufe im Kleinformat näher. Es wurden nicht nur die einzelnen Szenen, sondern auch Reihenfolgen, Szenenwechsel und Lichtstimmungen geprobt. Eine Präsentation vor dem Schulleiter und Mitschüler*innen war der Höhepunkt des Tages. Den Abschluss bildete eine Premierenfeier mit Feedback-Runde – beides wichtige Rituale in der gemeinsamen Arbeit.
Die Szenen der Schüler*innen zeigten reale wie fantastische Welten. Die Bandbreite an individueller künstlerischer Vielfalt war enorm. Die Schüler*innen setzten sich u. a. mit Wünschen, Erfolg, Einsamkeit und Tod auseinander. Das kreative Schreiben zeigte u. a. darin Wirkung, dass die Schüler*innen trotz ernster Themen Veränderung in allen Szenen auch mit einem Augenzwinkern und überraschenden Wendungen verarbeitet hatten.
Projektabschluss / Dokumentation
Das Projekt wurde mit Foto und Video dokumentiert.
Erneute Präsentationen sind seitens der Schule geplant. Eine Kooperation mit dem Papiertheater-Festival und der VHS Preetz ist angedacht.
Hauptansprechpartner
Kulturvermittlerin, Regisseurin und Performerin Anne Wittmiß
Weitere Mitwirkende
Kulturvermittlerin, Illustratorin und Autorin Julia Kaergel
Verweise auf Begleitmaterialien
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Sponsoren/Kooperationspartner
Dieses Projekt wurde gefördert aus Mitteln des Ministeriums für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur (MBWFK), des Kreises Plön (Kreisfachberaterin sowie Schnittstellenangebote zwischen Schule und Jugendhilfe) sowie dem Förderverein der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule.
Das Bauhaus Schwentinental unterstützte mit einer Materialspende.