Hier bestimmen WIR
Glückburg 2025 - Grundschule Glücksburg
Projektziel – Projektinhalt – Hintergrund
In dem Projekt zum Thema "Bestimmen" war eine 3.Klasse eingeladen, unterschiedliche Bestimmungsformen spielerisch zu erkunden und zu reflektieren: Was macht Spaß am Bestimmen? Wie bestimmt man gemeinsam? Was kann man eigentlich für andere bestimmen und was nicht? Mit Blick auf das „Bestimmen“ stellt sich immer die Frage nach Macht(strukturen) und Hierarchien, und danach, wie Entscheidungen letztlich zustande kommen. Beide Aspekte wurden in diesem Projekt spielerisch und performativ beleuchtet.
Die Kinder haben am eigenen Leib den herausfordernden, aber auch erfüllenden Prozess von selbstbestimmten Entscheidungsprozessen erfahren. Auch wurde ihnen die Notwendigkeit und Bedeutung von (Kinder)Rechten gewahr.
Institution(en)
Grundschule Glücksburg
Stadt Glücksburg, Bürgermeisterin Kristina Franke
Jugendtreff Glücksburg
Gruppengröße
24 Kinder der Klasse 3b
Altersstufe
Primarstufe
Rahmenbedingungen
Zeitumfang (in den verschiedenen Phasen)
5 Vormittage à 4 Stunden mit der Theaterpädagogin Elisa Priester, inklusive Besuch der Glücksburger Bürgermeisterin
1 Vormittag Besuch des Jugendtreffs Glücksburg
Inhaltliche Arbeit im Sachunterricht
Projektverlauf
Zum thematischen Einstieg am ersten Tag haben die Schüler im Rahmen eines Spiels bestimmt, was alle anderen machen sollten sowie überlegt, in welchen Situationen sie eigentlich gerne bestimmen oder bestimmen würden und wann sie froh sind, nicht bestimmen zu müssen. Im Anschluss wurden sie in vier Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe musste entscheiden, ob sie ein Lied einstudieren, ein Bild zum Thema Bestimmen malen oder eine Standbildgeschichte sich ausdenken und präsentieren wollen. Die Form der Entscheidungsfindung wurde jeder Gruppe vorgegeben (Mehrheitsentscheidung durch Abstimmung; Vertreter wählen, die entscheiden; Konsens finden; durch Zufallsprinzip einen Bestimmer wählen, der allein entscheidet). In die Entscheidungsprozesse wurde nicht eingegriffen, aber die Gruppen, bei denen es Schwierigkeiten gab, wurden im Prozess begleitet. Im Anschluss wurde nicht nur das Ergebnis (Bild, Tanz, Standbildgeschichte) präsentiert, sondern auch darüber gesprochen, wie zufrieden man mit dem Ergebnis und der Entscheidungsfindung war sowie wie schnell man zu einer Entscheidung gekommen ist. So wurden den Schülern die Eigenheiten der Entscheidungsformen bewusst (beispielsweise, dass Konsensentscheidungen lange dauern, aber alle zufrieden machen, wenn sie gelingen). Zum Ende des Tages wurde der Besuch bei der Bürgermeisterin Glücksburgs vorbereitet, in dem sich jeder Schüler Fragen sowie Wünsche an sie überlegte.
Am zweiten Tag stand der Besuch im Rathaus an. Nach einer Einführung in die Arbeit der Bürgermeisterin und der Stadtvertretung konnten die Schüler Frau Franke ihre Fragen stellen und von ihren Wünschen berichten. Es entstanden spannende Gespräche und Einblicke darin, wer eigentlich was entscheiden kann (oder auch nicht) und wann es Spaß macht, viel bestimmen zu können. Die Klassensprecher überreichten der Bürgermeisterin zum Abschluss Wünsche aus der gesamten Schülervertretung.
Am dritten Tag wurde ausprobiert, was man für andere bestimmen kann, in dem Handlungsanweisungen aufgeschrieben wurden, die die Schüler einzeln vor allen performen sollten. Daraus ergab sich ein Gespräch über die Bedeutung und Notwendigkeit von Rechten als Grenzen der Entscheidungswillkür und zum Schutz des Einzelnen. Die Schüler einigten sich auf Regeln, die auf farbigen Papieren festgehalten und für den Rest der Projektwoche sichtbar für alle im Arbeitsraum aufgehängt wurden.
Danach bekamen sie die Aufgabe, einen kurzen Flash-Mob zu entwickeln, den sie in der Hofpause vor den anderen Schülern durchführen sollten. Es gab unterschiedliche Ideen für den Flash-Mob. Die Schüler entschieden sich für eine Abstimmung per Handzeichen. Die Mehrheit entschied sich für eine Tanzshow mit Musik. Auch bei der Musikauswahl gab es unterschiedliche Vorschläge, über die wiederum abgestimmt wurde. Gemeinsam führten sie den Flash-Mob in der Pause durch und besprachen danach, wie es war.
Am vierten Tag wurden die Schüler dazu aufgefordert zu überlegen, welche Ideen sie für die gemeinsame Abschlussaufführung am fünften und letzten Projekttag hatten. In Kleingruppen überlegten sie, was sie gerne auf die Bühne bringen würden, in welcher Form, wo sie es aufführen wollen und vor wem. Es entstanden unterschiedliche Ideen, die mit Hilfe der begleiteten Erwachsenen verbunden wurden. Hierbei konnten die Erwachsenen auf die Wortschöpfung der Schüler vom ersten Tag (Kompromisse sind wie Stracciatella Eis – wenn einer Schokoladen- und eine Vanilleeis essen möchte, man aber nur eine Kugel kaufen kann, nimmt man Stracciatella!) referieren und die Schüler so motivieren, gemeinsame Lösungen zu finden. Die Schüler entschieden sich für eine Theateraufführung einer selbst ausgedachten Geschichte im Arbeitsraum. Die Gegebenheiten des Raumes wurden für die Geschichte genutzt, Kostümteile und Schminke mitgebracht und die Schüler arbeiteten sehr motiviert an ihrem Stück, was sie am letzten Projekttag ihrer Patenklasse (Stufe 1) präsentierten. Der Probenprozess wurde immer wieder von kurzen Reflexionsmomenten unterbrochen, wo die Schüler ihre Zufriedenheit mit dem Prozess auf einer Zielscheibe mit Kreuzen oder in anderer Form vermerken mussten. So wurde sichergestellt, dass die Stimmen alle am Prozess Beteiligten wahrgenommen wurden. So entstand eine Aufführung, an der alle Beteiligte viele Freude hatten. Auch die zuschauenden Schüler hatten sichtlich Spaß.
Im Anschluss an die Projektwoche besuchten die Schüler noch den Jugendtreff Glücksburg und interviewten den Jugendpfleger Lars Bothman wie Jugendliche dort mitbestimmen können.
Projektabschluss / Dokumentation
Aufführung vor der Patenklasse der 3b, einer 1.Klasse
Hauptansprechpartner
Kulturvermittlerin und Theaterpädagogin Elisa Priester
Klassenlehrerin Joana Jacobs
Weitere Mitwirkende
Bürgermeisterin Glücksburg Kristina Franke
Jugendhelfer Lars Bothmann
Verweise auf Begleitmaterialien
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Sponsoren/Kooperationspartner
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