Lütjenburg 2023 - Grundschule Lütjenburg

Milliarden Jahre in meiner Hand

Projektziel – Projektinhalt – Hintergrund 

Projektziel

Die 4a der Grundschule Lütjenburg lernt, bei einer geologischen Exkursion an den Hohenfelder Strand und dem Besuch des Schleswig-Holsteinischen Eiszeitmuseums, anhand von sieben verschiedene Steinen das System Erde und den Kreislauf der Gesteine kennen. Zudem festigen sie ihr Wissen, indem sie den sieben Steinen auf einer spielerischen, erzählerischen Ebene begegnen und einen Kurzfilm inszenieren.

Hintergrund

Der heimische Ostseestrand ist aus geologischer Sicht außergewöhnlich, denn nur an wenigen Orten der Erde gibt es solch eine Vielfalt von Gesteinen. Von Ergussgesteinen und Tiefengesteinen über Umwandlungsgesteinen bis hin zu Sedimenten und darin enthaltene Fossilien ist hier alles zu finden. So erhalten wir auf kleinem Raum einen einzigartigen Blick in das System Erde.

Kurioserweise stammen keine der Steine von hier. Ein gewaltiger Eisschild hatte sie in der letzten Kaltzeit aus Skandinavien mitgebracht. Der gleiche Eisschild ist verantwortlich für die hügelige Endmoränenlandschaft in Lütjenburg, wo sich das Schleswig-Holsteinische Eiszeitmuseum befindet. Ein großes Gletschermodell im Eingangsbereich zeigt anschaulich, wie die Steine hierhergekommen sind. Wie alt die Steine sind, ist an einer Zeittafel der Erdgeschichte eindrucksvoll zu erkennen: Hier stehen Dinosaurier und Menschen, trotz der 60 Millionen Jahre, die sie trennen, dicht nebeneinander. Und weit von ihnen entfernt ist der Ursprung der unscheinbaren Steine, die uns umgeben, eingezeichnet: Sie sind teilweise Milliarden Jahre alt! Es sind stumme Zeugen der Erdgeschichte. Was würden sie uns nur alles erzählen, wenn sie sprechen könnten? Aber auch wenn die Steine stumm sind, wissen Geologen, wie man sie liest. Und ein wenig wie das geht, werden die Kinder in diesem Workshop erfahren.

Projektinhalt

Die sieben Steine: Gneis, Granit, Sandstein, Kalksandstein, Feuerstein, Basalt, Porphyr

Im Laufe der ersten zwei Tage am Strand und im Eiszeitmuseum lernen die Viertklässler die verschiedenen Gesteinsarten (Ergussgestein, Tiefengestein, Umwandlungsgestein, Sediment) zu erkennen. Mit verschiedenen Experimenten (Magnettest, Säuretest, Kratztest ) erkunden wir die Eigenschaften der Steine. Durch ein Mikroskop können wir die Anordnung der Minerale in den verschiedenen Gesteinsarten erkennen. Auch sehen wir, dass wenn wir Sand vergrößern, alle Gesteinsarten antreffen.

Die Klasse teilt sich in sieben Gruppen auf. Jede Gruppe sammelt Fachwissen für jeweils einen der sieben Steine, für den sie einen Steckbrief erstellen. Diese Steckbriefe werden wir als Grundlage für die nächste Phase des Projekts nutzen: Aus den Steinen werden Charaktere, die wir von dem Alter, Aussehen und der Beschaffenheit der Steine ableiten. Jeder Stein bekommt einen passenden (Spitz-)Namen, und eine Persönlichkeit. Wie stehen unsere sieben Charaktere zueinander? Sind sie miteinander verwandt, mögen sie sich oder pflegen sie Feindschaften? Sobald wir das wissen können wir mit der Ausarbeitung der Handlung beginnen.

Die Rahmenhandlung für den Film

Die sieben Steine liegen am Strand und tun, was alle Steine am liebsten tun: Schlafen. Das ist bei den Fünf aber auch verständlich, denn sie haben eine weite, ungemütliche Reise hinter sich. Eine riesige Eiswand hat sie in der letzten Kaltzeit hierher geschoben. Das ist zwar jetzt auch schon zwanzigtausend Jahre her, aber Steine haben nun mal ein ganz anderes Zeitgefühl als wir Menschen (insbesondere wenn man schon, wie Gneis der Greis, mehr als eine Milliarde Jahre auf dem Buckel hat). Als aber ein Meteorit direkt vor ihnen einschlägt und einen tiefen Krater aufreißt, sind sie mit einem Mal hellwach...

Die Kinder erzählen die Geschichte weiter. Auch die Rahmenhandlung können sie komplett umgestalten. Keine Idee ist zu schräg, solange sie der Erzählung dient und hilft sachliche Information spannend zu verpacken. Gelingt es die Geschichte, ohne Erzähler, ausschließlich in Dialogform zu erzählen?

Filmische Umsetzung

Mit minimalen Mitteln schaffen wir ein Puppenspiel. Die Steinköpfe und der Meteorit  bekommen je ein Set Wackelaugen aufgeklebt (Der außerirdische Meteorit bekommt ein paar Augen mehr). Aufwendiger wird unsere Bühne bzw. Studio, welches wir unter anderem aus Holz, Füllmaterial und Sand bauen – so, dass es wie ein Meteoritenkrater aussieht, den wir dramatisch ausleuchten. Für Aufnahmen, in denen andere Hintergründe eingesetzt werden sollen, nutzen wir eine Greenscreen. Auch wenn wir auf engstem Raum drehen, filmen wir, wie bei einem herkömmlichen Spielfilm, mit verschiedenen Einstellungen. Die Kinder bauen das Set auf und lernen die professionelle Filmausrüstung zu bedienen.

Begleitet wurde das einwöchige Projekt von den Klassenlehrerinnen Dr. Britta Krengel und Tanja Lilienthal, der Geologin Dr. Vera Laurenz-Heuser vom Eiszeitmuseum und dem Filmemacher und Kulturvermittler Moses Merkle.

Institution(en)

Grundschule Lütjenburg, Plöner Straße 22-2424321 Lütjenburg
Schleswig-Holsteinisches Eiszeitmuseum, Nienthal 7, 24321 Lütjenburg

Gruppengröße

22 Personen

Altersstufe

16-18 Jahre

Rahmenbedingungen

Das Eiszeitmuseum ist fußläufig von der Schule erreichbar (Der Weg wurde genutzt, um die Endmoränenlandschaft zu erklären). Das Eiszeitmuseum stellte für die Untersuchung der Steine Forscherkoffer zur Verfügung. Der Besuch des Hohenfelder Strands war mit einer Busfahrt und einer längeren Wanderung verbunden. Die SuS lernen in dem Projekt zudem eine professionelle Videoausrüstung zu bedienen (Stativ/ Kamera/ Mikrofon/ Kopfhörer/ Videoleuchten/ Greenscreen/ Stative) In der Schule konnten wir den großen Kunstraum für drei Tage nutzen. Begleitet werden die SuS bei den Ausflügen von ihren beiden Klassenlehrerinnen.

Zeitumfang (in den verschiedenen Phasen) 

5 Projekttage

Projektverlauf

1.Tag: Besuch des Hohenfelder Strands, Vorstellung des Projektes, Sammeln und Bestimmen der Steine, Einteilung in Ergussgestein, Tiefengestein, Umwandlungsgestein und Sediment. (Bonus: Besuch des Naturerlebniszentrums Strandkrabbe mit einer Führung von Mitgliedern des Vereins NaturErleben Hohenfelde e.V.)

2.Tag: Kennenlernen des Eiszeitmuseums. Experimente mit den Steinen.

3.Tag: Geschichte und Drehbuch an der Schule entwickeln. Studio und Steinpuppen       basteln.

  1. und 5. Tag: Filmen der Geschichte.

Projektabschluss / Dokumentation

Das Resultat des Projekts ist ein achtminütiger Film

Hauptansprechpartner

Moses Merkle (mosesproductions@yahoo.de)
Dr. Vera Laurenz-Heuser (info@eiszeitmuseum.de)

Weitere Mitwirkende

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Verweise auf Begleitmaterialien

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Sponsoren

Kreis Plön